Pioniere der IGS Emden in Valencia

Erste Studienfahrt der Oberstufe mit intensiven persönlichen Begegnungen

Die erste Oberstufenfahrt der nach wie vor im Aufbau befindlichen IGS Emden führte insgesamt 47 Schülerinnen und Schüler mit vier begleitenden Lehrkräften nach Valencia. Die spanische Stadt am Mittelmeer zeigte sich den Ostfriesen vom 14. bis 18. Mai 2018 von ihrer schönsten Seite: Fünf Tage Sonne, jede Menge Kultur und ein Strand, der es mit den größten und schönsten des Landes aufnehmen kann.

In der Altstadt

„Die Lage des Hostels am Rande der Altstadt ermöglichte uns die Erkundung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß. Das war ein riesen Vorteil,“ berichtet Jakob Engelhardt, Hauptorganisator der Studienreise. Der erste Orientierungslauf ging über die Plaza de la Reina zur Plaza de la Virgen. Dieser Platz ist der Schutzheiligen der Stadt gewidmet und gilt als Seele Valencias. Neben religiösen und politischen finden hier auch kulturelle Veranstaltungen statt. Die Gruppe erlebte auch prompt den Beginn eines gut besuchten Freiluftkonzerts.

Im Verlauf der Woche entdeckten die angehenden Abiturienten auch das quirlige und beliebte Viertel Carmen für sich. Zu den Anlaufpunkten dort gehörte die historisch einzigartige Seidenbörse, UNESCO-Welterbe und einstiges Macht- und Handelszentrum aus dem 15./16. Jahrhundert. Der stolze Bau liegt in unmittelbarer Nähe zum Zentralmarkt. Unter dem Dach dieser wunderbaren Jugendstilarchitektur konnten die Emder Jugendlichen ein Drunter und Drüber an Farben und Gerüchen, Menschen und Stimmen erleben. Ein ganz stilles Erlebnis war hingegen der Besuch der Kathedrale am frühen Morgen, bevor der allgemeine Touristentrubel einsetzte. Zu den kulinarischen Höhepunkten gehörten zwei Essen im Gewerkschaftshaus. „Wir haben zum ersten Mal eine richtige Paella gegessen,“ berichten Jelka Tammena, Antke Mihm und Rilana Marra. „Bei uns kam eine riesige Pfanne auf den Tisch. So ist das hier Usus,“ erinnern sich Tönjes van Hove und Ron Lischewski.

Das moderne Valencia

Größere Kreise konnten die Schüler an zwei Tagen mit ihren geliehenen Fahrrädern ziehen. Durch den mehrere Kilometer langen Turia-Flusspark gelangten sie auf ausgebauten Radwegen in die Stadt der Künste und Wissenschaften.

Dieser sieben Bauwerke umfassende, von Stararchitekt Santiago Calatrava entworfene Komplex ist das neue Wahrzeichen Valencias. Mit großer Begeisterung gab Jorge Negro Asensio, Architekt und Freund von IGS-Lehrer Jakob Engelhardt, der Gruppe detaillierte Informationen über die Geschichte und die Entstehung, über den besonderen Stil und die verbauten Materialien dieses Großprojekts. Assoziationen in Richtung organische Formen gab es bei seinen Zuhörern viele. Till Jakobs sah in den Formen der Oper einen springenden Wal, Alexandra Dirks eher ein Gürteltier. Henrik Leggedoor erkannte im IMAX-Kino ein riesiges Auge, und das Technikmuseum erinnerte Brian Wienekamp an das Gerippe eines Urzeitwesens. Das Oceanográfico hatte es mehr als der Hälfte der IGS-Schülerschaft angetan. Sie schauten sich den größten Unterwasserzoo Europas auch von innen an. Die ebenfalls von Calatrava entworfene Brücke führte die Radler zum berühmten Malvarrosa-Strand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Persönliche Begegnung

Von vielen mit Spannung erwartet war der Besuch von Christiane Gey am letzten Abend im Hostel. Die 50-Jährige lebt seit über 20 Jahren in Valencia, hält sich jedoch mittlerweile überwiegend in Indien auf. Dort hat sie in den letzten 10 Jahren drei Kinderheime aufgebaut. Für einen der Jungen hatten die IGS-Schüler beim Eintritt in die Oberstufe eine Patenschaft übernommen. Nach dem Essen ergriff Christiane Gey die Gelegenheit, sich bei den Schülern für die Unterstützung zu bedanken. Es wurde sehr still im Saal als sie über ihre Organisation Childsrights, die Schwierigkeiten und Erfolge und über den kleinen Patenjungen sprach, der mittlerweile zur Schule geht und ein selbstgemaltes Bild und eine Botschaft an die Schüler mitgegeben hatte.

 

Mit vielen unterschiedlichen und teilweise sehr persönlichen Eindrücken ging die erste Oberstufenfahrt der IGS Emden nach fünf Tagen zu Ende. „Die Zeit verging wie im Flug. Bei dem Programm mit einigen verpflichtenden Punkten und vielen offenen Angeboten konnte jeder etwas für sich entdecken“, fasst der begeisterte Oberstufensprecher Peter Hermann das Erlebte zusammen.

 

 

 

 

 

 

Bild und Text: Anja Fischer