Jahrgang 13

Vor 81 Jahren, am 6.9.44, wurde Emden beim großen Bombardement von 181 Fliegern und ihrer todbringenden Last in nicht einmal 20 Minuten in Schutt und Asche gelegt. So langsam dämmerte es den Letzten, dass sich der von den Nationalsozialisten versprochene „Endsieg“ zu einer totalen Niederlage wandeln würde. Die von deutschen Machthabern und dem Militär losgetretene Gewalt, die auch viele Emder durch ihr Wahlverhalten beflügelt hatten, traf nun die Frauen und Kinder im eigenen Heim. Zeitzeuge Heini Poelmeyer, Jahrgang 1937 (links im Bild), erlebte als Grundschulkind den Großangriff, als er abends vom Kartoffelausmachen nach Hause kam. Die Bunkertür war schon verschlossen, als seine Mutter vehement an die Tür hämmerte.

Schülerinnen und Schüler des Geschichts-Leistungskurses, Jg. 13, mit ihrem Lehrer Ralf Petereit befragten den auskunftswilligen und geistig wachen Zeitzeugen Poelmeyer im Bunkermuseum im Anschluss an die Gedenkveranstaltung. Den ökumenischen Gottesdienst und die Gedenkveranstaltung in der Johannes a Lasco-Bibliothek hatten sie zuvor mit einigen Lehrkräften der IGS besucht und dort ebenfalls Eindrücke anderer Erlebnisschilderungen bereits verstorbener Zeitzeugen sammeln können. Die Beteiligten beider Veranstaltungen zeigten sich tief betroffen von dem, was aus eigenem Erleben früher Kindheit erinnert wurde. So musste Poelmeyer oft bei Fliegeralarm von der Wallschule in den Bunker am Wall flüchten und wurde dort im Bunker sogar unterrichtet. Einmal fanden die Kinder ihren Klassensaal nach dem Angriff verwüstet vor. Aber an jenem Abend des 6.9.44 erkannte Poelmeyer die Stadt nicht wieder, als er den Bunker verließ, in dem sie doch noch Zuflucht gefunden hatten: Das brennende Ruinenfeld der geliebten Heimatstadt gab den Blick bis in weite Ferne frei. Das eigene Haus war nicht mehr. Geräusche und Gerüche des Schreckens lösen bis heute schlimmer Erinnerungen in ihm aus und haben ihn über 80 Jahre schmerzlich begleitet.

Die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung und der anschließende Besuch im Bunkermuseum begleitet und bereichert die pädagogischen Bemühungen des Unterrichts. Außerschulische Lernorte gehören zum Konzept der IGS und in der Mittelstufe finden zum Thema auch Fahrten zu KZ-Gedenkstätten statt. Die Möglichkeiten, Zeitzeugen aus dem zweiten Weltkrieg zu interviewen, schwindet hingegen von Jahr zu Jahr, so dass diese Erlebnisberichte besonders wertvoll sind.