Wenn Drehtüren zum Hindernis werden

Beim Inklusionscheck waren IGS-Schüler unter anderem mit dem Rollstuhl in Emden unterwegs!

Emden – Drehtüren? Holprige Pflastersteine? Klein gedruckte Preisschilder? Für Menschen ohne Beeinträchtigungen sind das keine Hindernisse. Wer aber im Rollstuhl sitzt, nicht sehen oder hören kann, hat schnell ein Problem – kommt ohne Unterstützung nicht weiter. Diese Erfahrung haben jetzt Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs der Integrierten Gesamtschule (IGS) Emden beim Inklusionscheck gemacht. Aus der Perspektive von Geh-, Hör- und Sehbehinderten sowie von alten Menschen nahmen die Jugendlichen die Emder Innenstadt unter die Lupe. Dabei stießen sie auf eine Reihe von Problemstellen in Emden.  Für Rollstuhlfahrer waren zum Beispiel einige Türen zu schmal oder Schwellen und Treppen nicht zu überwinden. „Manche Geschäfte sind für Rollstuhlfahrer unerreichbar. Das ist nicht gut“, sagte Jonas, der in einem der Rollstühle saß.

Die Sehbehinderten standen vor anderen Problemen. Sie tasteten sich mit dem Langstock vor, der aber oft am Kopfsteinpflaster hängenblieb. Mit besonderen Kopfhörern wurde bei weiteren Schülern Gehörlosigkeit simuliert. Diese Gruppe musste sich erst an die plötzliche Stille gewöhnen und war dann auf eindeutige Hinweisschilder oder optische Signale angewiesen.

 

Eine besondere Erfahrung machten zwei Jugendliche, die in einem sogenannten Age-Man-Anzug schlüpften. Dieser simuliert mithilfe von Gewichten, Gehörschutz und einer Sichtfeldeinschränkung den körperlichen Zustand eines 75-Jährigen. Für Emma und Hamza war schon nach wenigen Metern im Age-Man klar: „Alt sein ist aber unglaublich anstrengend.“

Organisiert wurde der Inklusionscheck an der IGS bereits zum dritten Mal von Sandra de Wall, die an der Schule als Koordinatorin für Teilhabe arbeitet. Durchgeführt wird der Projekttag von der Hochschule Emden-Leer im Rahmen des Neo-Mint-Projektes. Lehrende und Studierende aus den Bereichen Technik und Soziale Arbeit begleiteten die IGS-Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg durch die Stadt.

Zurück in der Schule sammelten die IGS-Schüler ihre Erfahrungen und diskutierten über mögliche Verbesserungen.

 

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